Mittwoch, 19. Januar 2011

Auf geht's

In diesem Blog berichte ich über Erkenntnisse und Fragen während des Schreibens meiner Magisterarbeit. Ich studiere Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität Berlin und schreibe über den Myographen. Der Myograph ist ein Gerät zur Messung der Nervenleitgeschwindigkeit und wurde von dem Universalgelehrten/Physiologen/Physiker Hermann von Helmholtz Mitte des 19. Jahrhunderts konstruiert. Helmholtz konnte mit dem Myographen nachweisen, dass eine bestimmte Zeit vergeht, bis es zur Reaktion bzw. Zuckung eines Muskels kommt, nachdem ein elektrischer Reiz induziert wurde. Zu Beginn zeichne ich genau den technischen Verlauf des Experimentalaufbaus nach, das macht sozusagen den Kern der Arbeit aus. Im zweiten Schritt stelle ich die kulturwissenschaftlich relevanten Fragen, um interessante Querbezüge herzustellen und einen historischen Kontext herauszuarbeiten. Diese Fragen vernachlässige ich aber zu Anfang und starte mit dem technischen Aufbau.

Kommentare:

  1. Hallo Froesi, ein tolles Projekt. Ich rate hier soweit möglich dazu, es maximal anschaulich zu machen und vielleicht auch zu basteln. Lötkolben etc. das lässt sich auch ausborgen...bei tun versteht man erst richtig, wo die Schwierigkeiten liegen. Und es gibt tolle Bilder. Eventuell auch ein Museum finden, wo Originalgeräte stehen?
    Bonne Courage, antoro

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  2. Im Medizinhistorischen Museum der Berliner Charité steht ein Nachbau des Geräts, ich habe es mir schon Mal angesehen. Nachbauen würde ich, wenn überhaupt, nur die simple Variante, wie sie z.B. Jules-Étienne Marey gezeichnet hat. Anstatt eines Froschmuskels würde ich es mit meinem Daumen versuchen - das hat Helmholtz später auch gemacht.

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  3. Ich habe Dein Blog erst jetzt entdeckt (oder erst jetzt wieder entdeckt, ich war, glaube ich, schon mal kurz hier). Nun muss ich aber viel lesen, denn es gibt offensichtlich viele neue Beiträge.

    Wie weit bist Du denn mit der Magisterarbeit? Willst Du mal einen Vortrag in der Physik an der TU halten, im kleinem Rahmen meiner AG? Würde mich sehr freuen!

    Grüße
    Markus

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  4. Hallo Markus, es freut mich, dass ich Dein Interesse geweckt habe. Du hast das Thema auch mal in einem Deiner Blogposts gestreift im Zusammenhang mit du Bois-Reymond. Ich stecke mitten drin in meiner Arbeit, habe aber noch bis Mitte Oktober Zeit für die Abgabe. Ich habe mich im ersten Teil sehr stark auf den Apparat an sich konzentriert, um zu verstehen, wie er genau funktioniert. Und jetzt erschließe ich mir nach und nach den Kontext. Also zu dem Experiment selbst könnte ich im Moment schon einiges erzählen. Aber ich bitte den Physiker-Nachwuchs um Nachsicht mit mir, was die tiefergehenden rein mathematisch-physikalischen Fragen angeht - die musste ich mir als totaler Laie vollkommen neu erschließen. Und es handelt sich ja auch um eine kulturwissenschaftliche Betrachtung. :) Du kannst ja mal die Blogeinträge lesen, daraus lässt sich ganz gut ersehen, auf welchem Stand ich gerade bin. Die Frage ist, ob ich dieses Semester noch komme oder dann das nächste. Es würde mich sehr freuen und wäre für mich auch eine absolute Neuheit. :)

    Viele Grüße,
    Franziska

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